Night of Crowns – Ein Fluch, der auch dich in seinen Bann zieht

Night of Crowns – Spiel um dein Schicksal von Stella Tack erschien im Februar 2020 beim Ravensburger Verlag. Mir hat schon bei Kiss me once der Schreibstil von Stella gefallen, sodass ich bei ihrem neuen Werk auf die Leseprobe gespannt war. Und die war schon so spannend, dass sofort nach Erscheinen von Night of Crowns das ganze Buch her musste. Und was soll ich sagen: ich wurde auch weiterhin nicht enttäuscht.

Um was geht es?

Schwarz oder Weiss?

Welche Seite wählst du in diesem Spiel um Liebe und Tod?

Seit Jahrhunderten liegt über den Adelshäusern Chesterfield und St. Burrington ein unbezwingbarer Fluch – und das bis heute, obwohl aus den Anwesen längst Internate geworden sind. Von alledem ahnt Alice nichts, als sie für eine Summer-School nach Chesterfield kommt. Die Zeichen auf den Handgelenken ihrer Mitschüler fallen ihr nicht auf, dafür fesselt der charmante, wenn auch undurchschaubare Vincent umso mehr ihre Aufmerksamkeit. Sein Lächeln lässt sie alles um sich herum vergessen – bis Alice eines Morgens eine ihrer Mitschülerinnen versteinert im Wald entdeckt und auch auf ihrem eigenen Handgelenk das Symbol einer Schachfigur auftaucht …

Ich möchte hier eigentlich gar nicht so viel Vorweg nehmen, nur so viel: das Buch könnte jetzt schon ein Jahreshighlight von mir sein. Die Geschichte hat mich total in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.

Das Setting ist mal was anderes und sehr gut ausgebaut sowie eingeleitet. Als Leser verfolgt man aus Alice’s Sicht die Ereignisse und steht natürlich am Anfang sehr ratlos da, bis sich Stück für Stück das Puzzle zusammensetzt. So fällt einem der Einstieg ins Buch leicht und bevor man sich versieht, steckt man schon mittendrin und kann nicht mehr aufhören zu lesen.

Auch die Charaktere finde ich sehr gut gestaltet. Ich konnte das Verhalten und die Charakterzüge der einzelnen Personen nachvollziehen. Denn durch den Blutfluch sind die meisten Charaketere Zwiegespalten zwischen Ihrer Pflicht und dem wie sie eigentlich sein möchten. Alice ist als Hauptprotagonisten symptatisch und cool. Sie wird zwar ahnungslos auf das Spielfeld los gelassen, lässt sich aber nicht unterkriegen und kämpft an erster Front mit. Kein Mädchen, was geretten werden muss. Was für mich ein großer Pluspunkt ist.

Der Blutfluch

Verdammt sind wir, wie FIGUREN zu Leben, Sechzehn von uns wird es ewiglich geben. Weder Schwarz noch Weiss bleiben verschont im endlosen KAMPF um Leben und Tod.

BLUT FÜR BLUT, so muss es sein, jeder steht am Ende allein. Doch niemals gibt mein HERZ mir ruh, denn verflucht bin ich und verflucht bist du.

Kapitel 1, Seite 28, Night of Crowns, Originalausgabe 2020

Mein Fazit

Mir hat Night of Crowns sehr gut gefallen. Die Story ging genauso spannend weiter wie sie angefangen hat. Stella’s Schreibstil ist flüssig, leicht und mit viel Humor und Gefühl. Bei einigen Szenen hatte ich schon Tränen in den Augen, ob nun vor Lachen oder Mitgefühl. Es war von Allem etwas dabei. Auch das Setting ist interessant aufgebaut und die Charaketere sehr Facettenreich.

Deswegen gibt es von mir 5/5 Sternen.

Spoiler

Ein absolut mieser Cliffhanger… also eine kleine Empfehlung am Rande, es wird eine Dilogie und Band 2 kommt schon im Dezember 2020 raus. Weswegen ich sagen würde, wartet und liest alles in einem Rutsch. Weil das Buch lässt einem nach dem Lesen nicht los und man möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht.

!!! Spoiler !!!
  • Madelyn St. Burrington verliebte sich in Charles Chesterfield, den jüngeren Bruder ihres Verlobten Augustine. Beide sind zusammen durchgebrannt. Augustine wollte sich an den Beiden rächen und erschoss Charles. In Ihrer Wut und Trauer sprach Madelyn einen Fluch aus. Der alle Menschen, welche sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Gelände befanden mit einschloss. Und so kam es das auch Jahrhunderte später deren Nachfahren das verfluchte Spiel immer noch spielen müssen.
  • Es ist ein Schachspiel, allerdings sind die Figuren echte Menschen und es geht darum, die gegnerische Mannschaft schachmatt zu setzen. Indem man die Spieler ausschaltet und bis das Herz einen Königs aufhört zu schlagen. Denn Madelyn wollte, dass Augustine sein geliebtes Schachspiel bis in alle Ewigkeit spielen muss und sein Herz von einem St. Burrington herausgerissen werden sollte.
  • Alle Figuren haben besondere Fähigkeiten zb. Läufer sind sehr schnell.
  • Vincent Chesterfield ist der weiße König und seine Kräfte bestehen unter anderen daraus die Gefühle und den Versand von seinen Mitmenschen zu vernebeln und darunter fällt auch Alice. Sie erkennt seine manipluativen Absichten zu spät.
  • Jackson St. Burrington ist der schwarze König und ihm liegt wirklich etwas an Alice. Er trifft Entscheidungen mit denen Alice nicht einverstanden ist, aber es war immer zu Ihrem Schutz oder das seiner Mannschafft.
  • Alice ist der Slave. Sie ist der Joker, dass heißt sie kann jede Spielfigur und deren Kräfte einnehmen bzw. ersetzen sowie mit Curse, einer 300 Jahrenalten Kater sprechen. Da auf dem Spielfeld noch nie ein Slave aufgetaucht ist, gibt es nur Vermutungen und Gerüchte wozu der Slave fähig ist.
  • Charles überlebte den Angriff seines Bruders, allerdings griff der Fluch gerade um sich. Madelyn befahl ihm und ihr gemeinsames Kind zur Flucht und machte beide zu den ersten Slaves, den Jokern, und gab Ihnen dadruch die Macht den Fluch zu brechen.
  • Alice erhält durch ihre Träume Botschaften von Madelyn und erfährt dadurch was damals wirklich geschah. Sie erkennt, dass sie eine Nachfahrin der Beiden ist und dass sie den zweiten Slave finden muss, um alle retten zu können.
  • Sie kehrt Jackson den Rücken zu und verlässt das Spielfeld (Internatgelände), was die andernen Spieler nicht können, dass lässt der Fluch nicht zu, und macht sich auf die Suche nach den zweiten Slave.
  • Ja, es sterben Charaktere
  • Es gibt nicht wirklich ein Liebesdreieck… dafür steht das Überleben an erster Stelle und Alice hat keine Zeit ihre Gefühle diesbezüglich zu sortieren.

Zitat

Folgendes Zitat umfasst sehr schön die Stimmung des Buches und zeigt uns die Zerrissenheit der Spieler.

!!!Buchausschnitt !!!

„Es wäre nicht fair gewesen, ein Mädchen zu lieben und mich lieben zu lassen“, sagte er leise.

„Wäre es ein normales Mädchen gewesen, hätte ich nie ganz der sein können, der ich bin. Ich hätte immer Geheimnisse vor ihr gehabt, und die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach diesem Sommer an die Schule zurückkommt und ich ohne jedes Wort verschwunden bin und auch verschwunden bleibe, wäre groß gewesen. Das ist nicht fair. Und für die Mädchen aus dem Spiel bin ich der König, nicht ihr Freund. Doch selbst wenn ich es zugelassen hätte, wäre ich wahrscheinlich an dem Gedanken zerbrochen, sie in diesem Spiel zu verlieren. Sie wäre mein Schwachpunkt. Und ich darf alles sein, nur nicht schwach.“

„Zu lieben ist keine Schwäche“, sagte ich mit rauer Stimme.

Sein Lächeln war das ehrlichste, das ich je an ihm gesehen hatte. Und auch das traurigste. „Doch, ist es.“

Kapitel 28, Seite 396, Night of Crown, Originalausgabe 2020.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.