Forever, IDA – Graffitis, ein Todesfall und etwas Herzklopfen

Forever, IDA – Und raus bist du erschien am 08. März diesen Jahres beim cbj/cbt Verlag und ist Autor Alex Pohls erster Krimi im Jugendbuchbereich und Auftakt einer Reihe. Ich durfte den Roman dank einer Bloggeraktion von Randomhouse als Rezensionsexemplar lesen (vielen Dank dafür!), meine Meinung ist davon aber wie gewohnt unabhängig.

Worum geht es überhaupt?

Forever, IDA
Ein Cover im Graffiti-Stil

Adi zieht mit ihren Eltern in die kleine Stadt Sonderberg. Kurz vorher ist der Schüler Ahmet ihres neuen Gymnasiums durch einen Unfall ums Leben gekommen. Doch war es wirklich ein Unfall?

Die Charaktere in Forever, IDA

Adi, eigentlich Adriana, versucht in Sonderberg ihr altes Leben hinter sich zu lassen und neu anzufangen. Sie hat mit den Dämonen ihrer Vergangenheit und typischen Teenie-Problemen zu kämpfen und ist ein sympathisches junges Mädchen. Adi entwickelt ein Interesse an Ben.

Ben ist Ahmets bester Freund, sein Tod belastet ihn sehr. Er ist seit der 5. Klasse mit Julia zusammen. Durch Ahmet kam Ben zum Graffiti-Sprühen.

Julia ist Bens Freundin und nimmt Adi direkt unter ihre Fittiche.

Kris und Lizzy sind (auch zum Großteil freiwillig) Außenseiter am Friedrich-Wilhelm Gymnasium. Kris hat immer und überall seine Kamera dabei, Lizzy ist ein „Gruftie“.

Ahmet war Bens bester Freund und ein begnadeter Graffiti-Künstler. Sein Tod, der als Unfall durch die Behörden zu den Akten gelegt wurde, wirft aber weiterhin Fragen auf.

Schreibstil und Aufbau

Der Schreibstil ist locker flockig und die Dialoge sind typisch umgangssprachlich geschrieben. Das ist immer etwas, an das ich mich gewöhnen muss, aber das ganze auch einfach realistischer macht und mir daher auch gut gefällt. Es liest sich sehr schnell weg, was neben der Spannung auch am Aufbau lag: Die Kapitel sind durchgehend schön kurz gehalten, das Buch wird aus vielen verschiedenen Positionen erzählt (Adi, Ben, Julia, Kris und Lizzy) und zwischendurch sind außerdem noch Vernehmungen der Polizei, Protokolle von psychologischen Sitzungen sowie Chatverläufe eingestreut. Außerdem gibt es noch verschiedene Zeitebenen, wir lesen den Großteil in der Gegenwart, in der Adi nach Sonderberg kommt, es gibt aber auch einige Rückblenden, die vor Ahmets Tod spielen.

Meine bescheidene Meinung

Cover1
Mein Ergebnis der Bloggeraktion

Ich habe Forever, IDA sehr schnell durch gehabt. Es liest sich wirklich gut. Die kurzen Kapitel laden zu einem „ach, ein Kapitel geht noch“ bis zum Schluss ein. Und auch die Spannung war durchgängig vorhanden, sodass man immer wissen möchte wie es weitergeht, was nun wirklich mit Ahmet passiert ist und auch welches Geheimnis Adis Vergangenheit birgt.

Die meisten Charaktere sind sympathische, typische Jugendliche (denke ich zumindest, ich bin ja nun selbst schon länger aus dem Alter heraus) aus verschiedenen sozialen Schichten. Besonders gefallen hat mir der Aufbau mit den vielen verschiedenen Sichtweisen auf verschiedenen zeitlichen Ebenen (da muss man schon gut aufpassen) und den eingestreuten polizeilichen Vernehmungen etc. Ich kann mir vorstellen, dass vor allem die vielen Perspektivwechsel nicht jedem gefallen, aber für mich macht es den definitiv den Reiz aus, die Reihe weiter zu verfolgen. Aber auch um die Hintergründe und Geschichten der anderen Jugendlichen wie Kris und Lizzy zu erfahren. Gut gefallen hat mir auch, dass wir keine kitschige Liebesgeschichte aufgetischt bekommen, das stört mich bei Thrillern und Krimis eher. Der Schluss zeigt, dass wir hier den ersten (trotzdem abgeschlossenen) Band einer Reihe haben. Ich bin sehr gespannt, wie die Reihe sich entwickeln wird.

Forever, IDA ist definitiv ein empfehlenswerter Jugendkrimi. Ich gebe 4 von 5 Sternen, da mir das Buch sehr gut gefallen hat, ich die Auflösung aber einfach etwas spektakulärer erhofft habe bzw. etwas überraschender, da ich recht früh bereits richtig getippt habe, was Ahmets Tod anging.

Übrigens lautete die Aufgabe der Bloggeraktion, dass wir den Titel des Romans als Graffiti gestalten sollten. Zum Buch gab es daher außerdem vier Alkoholmarker und passendes Papier dazu, welches ich auch genutzt habe. Respekt an alle Graffiti-Künstler, da steckt einfach extrem viel Arbeit und Übung hinter. Eine Woche Zeit für etwas Ordentliches, wenn man es vorher noch nie gemacht hat, ist wirklich nicht viel. Mein Ergebnis seht ihr auf den Bildern.

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Und wie immer zum Schluss: Die Spoiler

Und wie immer zum Schluss, die Spoiler. Da wir hier den Auftakt einer Reihe haben, super zum Recap geeignet, wenn Band 2 raus kommt 🙂

!!! Spoiler !!!
Adi war in ihrem alten zu Hause (Bremen) in einen Jungen einer höheren Jahrgangsstufe verliebt. Sie bekommt Nachrichten von ihm und er fordert sie auf, ihm ein Nacktbild mit Gesicht zu schicken. Sie macht es. Das Bild wird in der ganzen Schule aufgehängt, jeder tuschelt über sie, macht sich über Adi lustig, ihre Freunde wenden sich von ihr ab. Sie versucht Suizid zu begehen, stellt aber dabei fest, dass sie weiterleben will. Es kommt raus, dass die Nachrichten nicht von dem Jungen kamen, in den Adi verliebt war, sondern von einer unbekannten Nummer. In Sonderberg versucht sie neu anzufangen.

Ahmet war Drogendealer und hat für Stefan Wenzel aus dem Jugendclub gearbeitet.

Ben hat mit angesehen, wie Ahmet zu Tode gekommen ist.

Julia trennt sich von Ben, weil sie nicht mehr an ihn ran kommt (und vermutlich auch wegen ihres schlechten Gewissens: Julia hat Ben mit Ahmet betrogen).

Auflösung zu Ahmets Tod: Ahmet hat Wenzel Kokain gestohlen, dieser wollte es wieder haben und hat Ahmet auf der Brücke überrascht. Ben war im Gebüsch mit der Kamera versteckt, hat es also alles aufgenommen (er wusste aber nicht, dass es Wenzel war, weil dieser einen Hoody trug und die Kapuze aufhatte). Wenzel hat Ahmet über die Brücke gehalten, weil er ihn einschüchtern wollte. Da wehrte sich Ahmet allerdings und Wenzel konnte ihn nicht halten, so stürzte Ahmet in den Tod.

Adi bekommt auf der letzten Seite des Buches eine Nachricht von einer unbekannten Nummer. Wahrscheinlich von der Person, die ihr in der Vergangenheit bereits übel mitgespielt hat.

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