Geschichte, hm? Ich wette, wir könnten welche schreiben.
Royal Blue, Kapteil 9, S.266, deutsche Erstausgabe April 2020.
Royal Blue – Wahre Liebe ist nicht immer diplomatisch von Casey Mcquiston erschien im April 2020 beim Knaur Verlag und wurde bereits 2019 im Englischen veröffentlicht. Und seid 2019, als ich das erstmal von diesem Buch von einer Freundin hörte (wir schauen uns gerne geschichtliche Dokus über Königshäuser an ;D), bin ich schon echt gespannt darauf. Weswegen ich im April auch sofort zuschlagen musste, als Royal Blue bei uns veröffentlich wurde.
Um was geht es in Royal Blue?
Was wäre, wenn … Liebe die Welt verändern könnte?

Als seine Mutter zur ersten Präsidentin der USA gewählt wird, wird Alex Claremont-Diaz über Nacht zum Liebling der Nation: attraktiv, charismatisch, clever – ein Marketingtraum für das weiße Haus. Nur auf diplomatischer Ebene hapert es bei Alex leider ein wenig. Bei einem Staatsbesuch in England eskaliert Alexʼ schwelender Streit mit dem britischen Thronfolger Prinz Henry. Als die Medien davon Wind bekommen, verschlechtern sich die Beziehungen zwischen den USA und England rapide. Zur Schadensbegrenzung sollen die beiden jungen Männer medienwirksam ihre Versöhnung vortäuschen.
Doch was, wenn Alex und Henry dabei feststellen, dass zwischen ihnen eine Anziehung existiert, die über eine Freundschaft weit hinausgeht?
Plötzlich steht nicht nur die Wiederwahl von Alexʼ Mutter auf dem Spiel …
Meine bescheidene Meinung
Jetzt wo ich die Rezension schreibe und den Titel betrachte, versteh ich diesen erst recht… das Royal steht natürlich für Henry und für Alex steht die Farbe Blau. Diese Farbe reprästentiert in Amerika die Demokraten, die politische Richtung von Alex’s Familie.

Was ich jedoch weniger verstehe ist, warum man den englischen Titel im Deutschen gekürzt hat… white red and royal blue … gleich ein etwas andere Sinn, die Farben symbolisieren u.a. beide Länderflaggen.
(Wieso die leichten Änderungen, wenn es doch fast identisch bleibt?!)
Das Buch war allerdings auch kein Coverkauf… umhauen tut mich das Titelbild von beiden Varianten nicht wirklich.
Schreibstil
Fangen wir mit dem für mich negativen Punkt an: der Schreibstil… ich habe ewig kein Buch mehr gelesen, welches aus der Drittenperson geschrieben worden ist und irgendwie hat mich dieser Stil für das Buch bis zum Ende auch nicht überzeugen und packen können. Dementsprechend hat es ein bisschen gedauert, bis ich mich eingelesen hatte. Was mich aber packen konnte, war die Geschichte und die Charaktere, diese konnten den Schreibstil im Laufe des Buches ausgleichen. Was den Schreibstil noch aufgelockert hat, waren die E-Mails, die Henry und Alex sich hin und her schickten. Der Einfluss von dieser Briefform in der Geschichte gefiel mir gut und passte sich perfekt ein.
Charaktere
Das Buch ist so viel mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Auf der einen Seite fiebert man mit Alex und Henry mit, welche sich Stück für Stück in das Herz des Lesers schleichen. Beide sind sehr sympatisch, mit sarkatischen und schwarzen Humor ausgestattet, welcher mich bei Ihrem Schlagabtausch des Öftern zum Lachen gebracht hat. Beide Hauptprotagonisten können die Geschichte gut tragen, ihre Charaktere sind wunderbar durchdacht. Mit so vielen Facetten, dass man Ihren Schmerz, aber auch ihre Freude mitfühlen kann. Auch die ganzen Nebencharaktere sind hervorrangend ausgebaut und fügen sich gut in die Geschichte ein.
so viel mehr…
Auf der anderen Seite ist das Buch sehr politisch, man lernt viel über die amerikanische Politik sowie den Wahlkampf. Was ich persönlich recht interessant fand.
Ebenso versucht Mcquiston die prüden und alten Werte von Amerika sowie der britischen Krone aufzuzeigen und zu durchbrechen bzw. aufzulockern. Sie zeigt uns, wie das Moderne und Zeitgenössische sich seinen Weg in diese fest gefahrenen Konstrukte und Denkweisen sucht bzw. findet. Wir sind nicht mehr im Jahr 1850, sondern im Jahr 2020… wo die Menschen eine Präsidentin wählten und es okay sein sollte, wen ein britischer Thronerbe oder ein Familienmitglied aus dem Weißen Haus liebt. Steh für die, die du liebst und dich selbst ein. Lange Rede kurzer Sinn: das Buch hat eine verdammt gute Message, die man sich zu Herzen nehmen sollte.
Alex und Henry’s Geschichte ist alles: voll dramatisch, kitischig romantisch und einfach nur Herzzereißend.
Auf Grund des Schreibstils bekommt das Buch leider nur 4 von 5 Sternen von mir. Eventuell sollte ich es nochmal auf Englisch lesen 😉