Cassardim – Willkommen im Reich der Toten

Cassardim – Jenseits der Goldenen Brücke, geschrieben von Julia Dippel, erschien im Oktober 2019 bei PLANET! (Thienemann-Esslinger Verlag). Eine neue Jugendbuch Fantasy-Reihe von der Erfolgsautorin von Izara (für unsere Rezension zu Band 1 von Izara klickt hier). Seit Izara sind Annie und ich Fans von Julia’s Schreibstil und Ideenreichtum. Also musste auch Cassardim bei jedem von uns ins Bücherregal einziehen.

Lasst Euch bitte nicht von dem Cover abschrecken! Ja, ich bin normalerweise auch ein Opfer von hübschen Covern… wozu Cassardim leider nicht ganz zählt… aber wie sagt man so schön: Beurteile ein Buch nicht nach seinem Cover 😉 Da sich ein Griff zu Cassardim auf jeden Fall lohnt! Warum? Das erfahrt ihr jetzt.

Was passiert in Cassardim?

Amaia ist gerade sechzehn geworden – zum achten Mal. Warum ihre Familie so langsam altert und warum sie keinem ihrer fünf Geschwister ähnelt, möchte Amaia unbedingt herausfinden, aber ihre Eltern tun alles, um dieses Familiengeheimnis zu wahren – ständige Umzüge, strenge Regeln und Gedankenkontrolle inklusive. Amaia sieht ihre Chance gekommen, als ihre älteren Brüder eines Tages einen Gefangenen mit nach Hause bringen: den geheimnisvollen wie gefährlichen Noár, der ebenso wenig menschlich ist wie sie. Doch dann wird Amaias Familie angegriffen und plötzlich ist Noár ihre letzte Hoffnung: Er verlässt mit ihnen die Menschenwelt und bringt sie nach Cassardim, ins Reich der Toten, wo Amaia zwischen Intrigen, Armeen, lebendig gewordenen Landschaften, unwirklichen Kreaturen und mächtigen Fürstenhäusern endlich ihre Antworten findet – und ihr Herz verliert.

Meine bescheidene Meinung

Ich liebe das Buch und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Nicht nur die Idee um das Reich Cassardim, sondern auch die Protagonisten ziehen einen in den Bann und lassen dich nicht mehr los. Julia Dippel hat es mal wieder geschafft mit Ihrem Schreibstil, Charme und Witz zu überzeugen und zu begeistern.

Die Charaktere

Amaia als Hauptprotagonisten gefällt mir auf mehreren Ebenen. Sie ist clever, selbstbewusst, lässt sich nicht unterkriegen und vorallem ist sie schlagfertig. Eine taffe weibliche Protagonisten, die sich selbst zu helfen weiß. Aber auch Hilfe annehmen kann, wenn Sie alleine nicht weiter kommt. Wir, als Leser, lernen mit Amaia Noár kennen, weswegen es am Anfang schwer fiel hin einzuschätzen und herauszufinden, welches Spiel er spielt. Aber steigt man erstmal durch seine auferlegte Fassade hindurch, schließt man auch Noár in sein Herz. Er ist ebenso schlagfertig wie Amaia, was durch aus zu witzigen Dialogen führte. Des Weiteren ist er charmant, hilfsbereit und mit allen Wassern gewaschen.

Was mir besonders gefällt ist der Sarkasmus, welcher sich durch das Buch schlängelt und gezielt von Amaia und Noár eingesetzt wird. Auch die Nebencharaktere sind gut ausgearbeitet und fügen sich super in die Geschichte ein. Einige von Amaia’s Geschwistern kommen etwas kurz, aber das ist überhaupt nicht schlimm. Da die Freunde von Noár viel interessanter und unterhalsamer sind.

Worldbuilding

Amaia ist genauso ahnunglos wie wir Leser. Aus ihrer Sicht lernen wir die Welt und Fähigkeiten rund um Cassardim genauer kennen. Julia Dippel hat sich wieder mal nicht Lumpen lassen und mit so viel Detailliebe eine wunderbare Welt erschaffen, in der wir sehr gut abtauchen und alles um uns herum für eine kurze Zeit vergessen können.

Cassardim

Cassardim, das Reich der Toten, besteht aus sieben Fürstenhäuser: die tanzenden Nebel, der ewige Fluss, das trockene Meer, die Niemandslande, der wandernde Wald, die Silberfeste und die Schattenfeste. Alle sieben Gebiete und deren Fürsten unterstehen der Kaiserfamilie, welche Ihren Sitz im Gebiet des goldenes Berges haben. Zusammen leiten sie das Reich der Toten und kümmern sich um die verstorben Seelen.

„Die Cassarden sind die Hüter der Ordnung, die Wächter der Unterwelt, die Richter der Toten. Wir bestrafen oder belohnen ihre Seelen – oder begleiten sie weiter in ihre neuen Leben.“ […] „Wir sind die Ordnung, die das Choas daran hindert, alles zu verzehren.“

Noár zu Amaia. Cassadrim, Kap. Ein Fluss und Einfluss. S.125, 2019.

Das Volk von Cassardim altert sehr langsam. Auf der einen Seite werden Sie dadurch unglaublich alt, aber wenn sie sterben, dann ist es endgültig. Sie sprechen alle Sprachen. Außerdem haben sie noch die Kraft des Willens. Sie können jedem und allen Ihren Willen aufzwingen und je stark oder schwach du bist, ist auch dein Einfluss auf Andere bzw. der Einfluss von Anderen auf dich.

Wie ihr also schon lest eine sehr komplexe Welt, aber Julia macht es durch ihren Schreib- sowie Erzählstil sehr einfach in die Welt und Regeln von Cassardim einzutauchen.

Fazit

Falls ich es noch nicht gesagt habe: absolut begeistert! Hier passt einfach alles, Welt, Charaktere, Drama, Spannung, Liebe, Witz usw. einfach eine gute Mischung von Allem 🙂

Von Annie und mir eine absolute Leseempfehlung: 5 von 5 Sternen!

Spoiler

!!! Spoiler !!!
  • Amaia und ihre 5 „Geschwister“ sind in Wirklichkeit die Kinder von den 6 Fürstenhäusern, welche einen Putschversuch gegen den amptierenden Kaiser (Sohn) geplant hatten.
  • Sie wurden als Geiseln vom alten Kaiser (Vater) in die menschliche Welt gesteckt, damit die restlichen Häuser keinen neuen Putschversuch planen. (Sohn verstarb und sein Vater kehrte auf den Thron zurück)
  • der Kaiser ließ die 6 nun Jugendliche nach Cassardim zurück bringen als Beweis, dass diese noch leben.
  • Amaia dachte Sie wäre die Tocher von der Silberfeste, allerdings war das nur eine Täuschung, um ihre wahre Identität vor dem alten Kaiser zu schützen, sie ist nämlich die Tocher von seinem Sohn.
  • Noár ist der Sohn von der Schattenfeste. (Sein Vater war die ganze Zeit auf der Seite der Kaiserfamilie)
  • Der Kaiser ist verrückt geworden, das Chaos hat von Ihm Besitz ergriffen und will Cassardim ebenfalls von Chaos verschlingen lassen
  • Das Chaos ist alles und nichts. Es muss im Einklang mit Cassadrim stehen. Wenn du zu schwach bist oder es in dich lässt. Kann es dich zerstören.
  • Amaia besteht die kaiserliche Prüfung und versucht die Machenschafften von ihrem Großvater zu stoppen.
  • Amaia und Noár sehen ein, dass sie sich lieben (als Cassardim verschenkt man sein Herz nur einmal), aber da Ihre Liebe ebenfalls gegen Sie verwendet werden kann, beschließen sie offiziel weiterzuspielen sich zu hassen.
  • Zusammen stoppen Sie Amaia’s Großvater und retten Cassardim.
  • Ebenfalls retten Sie Amaia’s Vater, der die ganze Zeit von seinem Vater im Kerker eingesperrt wurde und nun leicht verwirrt ist.

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